III. Kindern die Zukunft: Gleiche Chancen für alle!

Bildungschancen bestimmen heute über die Beschäftigungschancen. Aber leider bestimmt immer noch die Herkunft, wer die besten Bildungschancen hat – auch im Westerwald. Die SPD im Westerwald setzt sich für eine durchlässige Bildungslandschaft ein, in der es nicht vom Geldbeutel der Eltern oder dem Wohnort abhängt, ob ein Kind auf ein Gymnasium gehen kann oder nicht. Wir wollen die Angebote des längeren gemeinsamen Lernens in integrierten Gesamtschulen und der Realschule plus. Bei den geplanten beruflich orientierten Bildungsgängen wollen wir, dass darauf geachtet wird, dass die Wahl eines solchen Angebots nicht von Anfang an in „Mädchen- und Jungen-Ausbildungsgänge“ trennt, sondern Mädchen müssen auch für die „traditionellen“ Männerberufe gewonnen werden und umgekehrt. Wir stellen klar, dass der nun endlich vom Kreistag beschlossene Schulentwicklungsplan aus Sicht der SPD nur einen ersten Schritt darstellt. Die dort aufgeführten Einzelbausteine . Wir wollen ein Schulentwicklungskonzept, das auf Chancengleichheit setzt und die Qualität schulischer Bildung und der pädagogischen Arbeit im Blick hat. Bildung beginnt für uns nicht erst mit der Einschulung. Mit dem Konzept „Bildung von Anfang an“ hat die sozialdemokratische Landesregierung die Weichen dafür gestellt, dass Kinder nicht mehr aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt werden. Ab 2010 gilt der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Zweijährige und ab dann werden in Rheinland-Pfalz – als erstem Bundesland – keine Kindergartengebühren mehr verlangt. Für uns geht es bei der Forderung nach guter Betreuung um zwei Grundsätze: Wir wollen Wahlfreiheit für die Eltern. Niemand schreibt ihnen vor, dass sie ihr Kind in einer Krippe, bei einer Tagesmutter oder zuhause betreuen sollen. Uns geht es darum, dass alle Eltern die ihrer Meinung nach beste Lösung für ihr Kind realisieren können. Wir wollen Planbarkeit. Eltern müssen frühzeitig Klarheit darüber haben, ob ihre Nachfrage nach Betreuung auf ein entsprechendes Angebot stößt. Nachdem der Kreis nun jahrelang hinter der gesellschaftlichen Entwicklung hinterhergehinkt ist und die Öffnung der Kindergärten nur mit Widerwillen betrieben hat, zeichnet sich hier nun eine Beschleunigung ab. Es ist allerdings erkennbar, dass hier wiederum der billigste Weg beschritten wird. Die Situation der Erzieherinnen und die Bedürfnisse vieler Kinder nach mehr individueller Betreuung bleiben dabei auf der Strecke.
  • Wir wollen die Personalsituation in den Kindergärten so gestalten, dass den wachsenden Anforderungen an die Erzieherinnen nach guter Betreuung und ständiger Weiterqualifizierung Rechnung getragen wird. Wo immer möglich und gewünscht, soll die Kindergartenleitung freige-stellt werden können.
Wir begrüßen auch, dass derzeit immer mehr Regelplätze in den Kindergärten in ein Ganztagsangebot umgewandelt werden. Auch dies ist dem wachsenden Druck der Eltern und vor allem der SPD in den letzten Jahren geschuldet. Es zeichnet sich aber bereits heute ab, dass das Ganztagsangebot in der jetzigen Form mit den standardisierten Öffnungszeiten für viele berufstätige Eltern zu unflexibel ist.
  • Gemeinsam mit den Unternehmen der Region, den Kindertageseinrichtungen, den ausgebildeten Tagesmüttern und den betroffenen Eltern wollen wir für den Westerwald ein flexibles Betreuungsangebot entwickeln, das sicherstellt, dass Eltern den beruflichen Anforderungen entsprechen können, ohne Sorge zu haben, dass ihr Kind vor den Kita-Türen warten muss.
  • Um das Betreuungsangebot im Westerwald zu vervollständigen, wollen wir den Erhalt und Ausbau der Kinderhorte, die vor allem auch als Anlaufstelle für berufstätige Eltern in den Schulferien dienen sollen.
Horte sind eine sinnvolle Ergänzung – aber keine Alternative – zu Ganztagsschulen. Horte bieten vor allem die Möglichkeit, dass Kinder, die mit dem Großbetrieb einer Ganztagsschule überfordert sind, individuell betreut werden können.
  • Wir wollen, dass kein Kind vom Mittagessen in den Kitas, Ganztagsschu-len und Horten ausgeschlossen wird. Das Land hat dazu den Sozialfonds aufgestockt. Wir werden verhindern, dass der Kreis sich hier aus der Verantwortung stiehlt.
Um auch Kindern aus ärmeren Familien die Möglichkeit zu bieten, Ferien am Meer zu machen, wollen wir, dass der Westerwaldkreis das Schullandheim auf Norderney in seiner Trägerschaft behält. Wir wollen das Angebot dort attraktiver machen und die dafür notwendigen Investitionsmittel dauerhaft zur Verfügung stellen. Gleiche Chancen zu haben heißt für uns auch, dass Kinder geschützt vor Gewalt und gesundheitlichen Risiken aufwachsen können. Wir begrüßen ausdrücklich das von der Landesregierung beschlossene Gesetz zum Kinderschutz. Die Arbeit der für die Umsetzung zuständigen Personen und Institutionen wird häufig da-durch erschwert, dass sie – vor allem das Jugendamt – mit Vorurteilen, aber auch mit negativen Urteilen, belastet sind. Für viele Familien bedeutet staatliche Einmischung sehr schnell „Die nehmen mir meine Kinder weg.“
  • Wir entwickeln ein Konzept, wie diese Ängste und Vorbehalte abgebaut werden können. Gute Beispiele wie z.B. das der Stadt Dormagen sollen auf ihre Übertragbarkeit auf den Westerwald überprüft und dann ent-sprechend umgesetzt werden.
Kinder und Jugendliche wachsen dort gut auf, wo sie über Dinge, die sie betreffen, auch mitentscheiden dürfen. Deshalb wollen wir sie stärker in Entscheidungsprozesse einbinden. Das fördert deren Demokratieverständnis und macht sie stark – vor allem gegen die Ideen rechtsextremer Parteien, die auch im Westerwald Zulauf haben.
 

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